szmmctag

  • Versponnene Bäume

    Diese Woche hörten wir im Radio, dass einige Bäume auf unserem örtlichen Friedhof von Gespinnstmottenraupen befallen seien. Heute sind wir hingefahren, um uns das einmal anzusehen.

    Gespinnstmotten heißen auf Englisch "Hermelinmotten", und auf der englischen Wikipedia kann man gut sehen warum.

    Hier ein paar Fotos:

    Gespinstmottenbäume

    Befallener Baum

    Das Zeug fühlt sich in etwa so an wie pelzige Frischhaltefolie. Das sagt der Gatte. Ich hätte das im Leben nicht angefasst. Es war mir schon unangenehm, da drauf zu laufen. Es wimmelte ja auch außerdem von krabbelnden Raupen.

    Noch ein befallener  Baum

    Gespinnstmottenraupen

    An den Bäumen befanden sich Taschen voller Raupen.

    Befallener Baum und Bank

    Die Bank war auch mit eingesponnen und besonders an den Enden der Rückenlehne wimmelte jeweils ein ganzer Haufen Raupen herum. Vielleicht waren unter anderem deswegen auch alle Bänke unbesetzt.

    Gespinstmottenbaum

    Gespinnstmotten auf Grabstein

    Nicht einmal vor Grabsteinen machen die Motten halt. Auch hier waren die Ecken anscheinend wieder besonders attraktiv. Wie gruselig wird das erst bei Nacht sein? Keine Angst, ich werde nicht hingehen, um es rauszufinden.

  • Marmeladenmuseum

    Gestern nachmittag waren wir in Tiptree in Essex. Tiptree ist ein Dorf, wird aber hier in Großbritannien als Marke für teure Marmelade erkannt. Und die ist sehr, sehr lecker, ganz besonders (wenn man mich fragt) "Raspberry Seedless", die ich mir im Gesicht verreiben könnte.

    Ansonsten kann mir Marmelade ruhig gestohlen bleiben. Ich bin kein großer Marmeladenfan und esse sie nicht oft, außer mal auf einem (rosinenfreien) Scone mit Clotted Cream. Der Gatte hingegen würde nichts vermissen, solange er sich allein von Brot und Marmelade ernähren dürfte. Da er Marmelade quasi einatmet, ist ein Glas schnell alle, so dass wir nur selten Tiptree kaufen. Tiptree muss genossen werden.

    Die Firma, die die Marmelade herstellt, heißt eigentlich "Wilkin & Sons Ltd." und ist immer noch (seit 1885) im Besitz der Familie Wilkin. In Tiptree befinden sich die Farmen, die Marmeladenfabrik, ein Marmeladenladen, ein Marmeladenmuseum und ein Tea Room. Gestern beschlossen wir, da einmal hinzufahren. Nichts Besseres zu tun ...

    Das Marmeladenmuseum (Eintritt frei) war zwar ganz nett, aber etwas enttäuschend: Obwohl sie ein paar interessante Exponate haben, ließ die Präsentation etwas zu wünschen übrig. Man wusste nicht immer genau, was was war und warum es dort war. "Marmeladenmuseum" ist ebenfalls irreführend, ich sollte lieber "Tiptree"-Museum sagen, denn es geht natürlich mehr um das Unternehmen als um Marmelade. Was Marmelade vor 1885 so gemacht hat, erfährt man nicht. (Hätten sie mal einen wie meinen Bekannten Matthias beschäftigt. Dann wäre das Museum besser.)

    Das Beste und Aufschlussreichste am Museum war der ca. zehnminütige Film über die Obstfarmen und die Marmeladenfabrik. Was ich nämlich nicht wusste war, dass Wilkin & Sons alles Obst - sofern es sich nicht um exotische Früchte handelt - für ihre Marmeladen selbst und vor Ort in Essex zieht. Morgens gepflückt, nachmittags in der Marmelade. Frischer geht's ja wohl nicht, und umweltfreundlicher auch nicht, denn eine Tiptree-Erdbeere wird nicht durch die halbe Welt gefahren oder gar geflogen. Sie stellen nach und nach auf Bio um, und einige Marmeladen gibt es bereits in Bio-Qualität. Seit einiger Zeit vertreibt Wilkin & Sons auch Honig.

    In Hotels, Restaurants und Cafés in Großbritannien (und wahrscheinlich auch anderswo auf der Welt), wird oft Tiptree-Marmelade in süßen, kleinen Gläschen gereicht, viel praktischer als Marmelade in Plastikwännchen mit Foliendeckel. Diese Gläser kann man auf und zu drehen und deshalb auch mitnehmen. Ich nehme sie immer mit, denn sie sind ideal für Salatdressing fürs Mittagessen im Büro. Oder als Taschenascher für den Strand.

    Natürlich mussten wir auch noch eine Runde durch den Tiptree-Laden drehen, und natürlich kamen wir nicht mit leeren Händen raus. Es wird Zeit, einmal den Tiptree-Klassiker: "Little Scarlet" (Erdbeere) zu probieren und ob der Ketchup anders schmeckt als der von Aldi.

    Zum Schluss statteten wir dem Tea Room einen Besuch ab. Zwar gibt's Afternoon Tea, aber so viel Hunger hatten wir nicht. Ein "Cream Tea" vielleicht (Scone, Clotted Cream, Marmelade, Kännchen Tee)? Darauf hätte ich Lust gehabt, aber sie hatten keine Scones ohne Rosinen und so gab's halt ein Stück Kuchen. Der Gatten probierte das Tiptree-Eis (davon wusste ich vorher auch nichts): Lemon Curd. Sehr, sehr lecker.

    Würden wir nochmal hinfahren? Nö. Einmal reicht. Das nächste Mal würden wir vielleicht einem der anderen Tiptree Tea Rooms einen Besuch abstatten, aber sicherlich nicht extra hinfahren. Für ein schönes Afternoon Tea fahren wir vielleicht lieber zu "Poppy's Tea Room" in Thaxted. Oder aber wir würden kurz einen Abstecher nach Tiptree machen, wenn wir einmal Kelvedon besuchen. Das ist ein Nachbarort, der ganz malerisch und gemütlich aussah. Essex hat ein paar richtig schöne Dörfer. Wenn man es recht bedenkt ist Essex eigentlich überall schön und malerisch, sobald wir die Außenbezirke von Southend-on-Sea verlassen oder - wie der Gatte sagt - "Shitend-on-Sea".

  • Gitarrentausch

    Heute hatte ich im Büro einen Anruf von einem alten Bekannten, Matthias W. Wir kennen uns schon bestimmt 18 Jahre, wenn auch nicht besonders gut, noch aus einem früheren Leben, als ich noch Historikerin war. Er kommt aus Stuttgart und macht in Museen. So haben wir uns kennengelernt und ein paar Wochen zusammengearbeitet, danach ab und zu wieder mal kurz Kontakt.

    Jeeedenfalls ... rief mich Matthias also heute überraschend im Büro an. Es ist Jahre her, dass wir zuletzt gesprochen hatten, aber immerhin hatte er ja meine Büronummer. Er arbeitet gerade an einer Musikausstellung und hat auf eBay in GB eine Gitarre gefunden, die er gern hätte. Er ist nicht bereit, sie zu kaufen, würde aber tauschen, und der Besitzer besagter Gitarre wäre auch dazu bereit. Allerdings ist er nicht bereit, einem wildfremden Deutschen seine Gitarre zu schicken und darauf zu vertrauen, dass er die versprochene Tauschgitarre auch bekommt. Dem wildfremden Deutschen geht's ähnlich: Er wollte auch nicht einfach seine Gitarre auf gut Glück nach England schicken.

    Sagt der Brite: "Kennst du nicht vielleicht jemanden in England, der als Mittelsmann fungieren könnte? Du schickst deine Gitarre da hin und dein Mittelsmann und ich tauschen die dann persönlich gegeneinander?"

    Matthias kratzte sich am Kopf und - ihr ahnt es schon - da fiel ich ihm ein.

    "Ja, öhm, also in England kenne ich nur eine. Die wohnt in Midsomer Morton*."

    "Nee," sagt der Engländer. "Du machst Witze! Da wohn' ich auch!"

    "Sach bloß!?!" staunt Matthias. "Kennst du die Rosalina Road?"

    "Zwei Straßen von hier. Fünf Minuten zu Fuß."

    Damit stand für Matthias fest, dass das Schicksal wollte, dass er diese Gitarre bekommt. Und dass bei mir demnächst ein gitarrenförmiges Paket eingeht. Mein Auftrag ist, die Gitarre, die dann einer meiner Nachbarn hier abliefern wird mit einem Foto vergleiche und eine Seriennummer überprüfe. Das müsste ich schaffen.

    Dann soll ich sie einpacken (in den Karton, in dem die andere Gitarre gekommen ist) ein Etikett mit Matthias' Adresse und im Voraus bezahltem Porto draufkleben und zur Post bringen.

    Kann ich nix dran machen. Schicksal.

    * Name von der Redaktion geändert

  • Disco Fox is frowned upon

    Heute abend habe ich mir die deutsche Version von "Strictly Come Dancing" ("Let's Dance") angeguckt. Sorry, aber "Let's Dance" kann gegen das Original nicht anstinken.

    In der heutigen Folge gab es am Ende einen "Disco Fox Marathon" ("Dance-off", für die "Strictly"-Gucker) ... und der hat Erinnerungen geweckt. Was haben wir in den 80ern tolle Disco-Foxe hingelegt. ;) Disco Fox ist schnell, vielseitig (passt auf jeden einigermaßen schnellen Viertakter), flexibel und macht höllisch Spaß. Aber: in Tanzkreisen im Vereinigten Königreich ist dieser Tanz verpönt: ein Schein-Tanz für Poser, Tanzsimulanten, Nichtskönner. Wie schade!

    Dabei lernen wir hier in der Tanzschule den "Social Foxtrot": "slow, quick, quick, slow"*. Das ist ein Foxtrot-Schritt der deshalb "social" heißt, weil man ihn auf einer vollen Tanzfläche relativ unbehelligt tanzen kann. Der "richtige" Foxtrot - der "Slow Foxtrot" nimmt sehr viel Platz ein, und wenn mehr als vier Paare unterwegs sind (die in den vier Ecken der Tanzfläche anfangen) hat man ein Problem. Man kann ihn auf Tanzveranstaltungen/Parties nie tanzen, deswegen ist er auch nicht "social". Im Gegensatz zum Social Foxtrot (vier Grundschritte) ist der Slow Foxtrot auch etwas komplizierter (18 Grundschritte). Das bedeutet, dass beim Social Foxtrot vier Grundschritte reichen, um eine Runde auf der Tanzfläche drehen zu können, beim Slow Foxtrot muss man alle 18 Grundschritte kennen, um rumzukommen.

    Wenn britische Tänzer "Disco Fox" hören, rümpfen sie die Nase. Aber: Disco Fox ist Social Foxtrot, nur schneller und mit mehr Figuren, ergo: spaßiger. Wo liegt das Problem?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass "Strictly Come Dancing" jemals einen Disco Fox zeigen wird. Die würden nicht einmal das Wort aussprechen. Es war eine richtige Wohltat, den noch einmal getanzt zu sehen.

    Hach.

    * Wie zählt man eigentlich die Schritte/Geschwindigkeiten im Deutschen? "Slow, quick, quick, slow" dauert auf Deutsch viel zu lange, weil "langsam" zwei Silben hat. Zahlen? "Eins - zwo, drei - vier"?

  • Fundgruben

    Zwar habe ich die in Großbritannien so weit verbreiteten Charity Shops bereits gelegentlich erwähnt, aber ich glaube, ich bin ihnen bisher nicht wirklich gerecht geworden. In diesem Eintrag über wohltätige Zwecke im Allgemeinen werden Charity Shops nur am Rande erwähnt, und wenn man diesen liest, entsteht der Eindruck, dass es da nur widerliche, versiffte Sachen gibt.

    Das ist keineswegs so! Zwar bekommen viele Charity Shops mehr Müll als verkaufsfähige Ware, aber der Müll schafft es ja zum Glück nicht bis auf die Regale und Kleiderbügel. Was ein Charity Shop bekommt hängt natürlich auch davon ab, wo er ist. Sicherlich gibt es Gegenden, in denen mehr anständige Leute wohnen, die den Shops keine schmutzige Wäsche vor die Tür legen. So will man hoffen.

    Ist ein Charity Shop dasselbe wie ein Second-Hand-Shop? Nein. Klar, die Ware ist meistens (aber nicht nur) Second Hand (im Englischen gibt es dafür übrigens den reizenden Ausdruck „preloved things“, viel schöner als „cast offs“ und „rejects“). Ein Second-Hand-Laden ist jedoch immer noch ein gewinnbringendes Geschäft. Der Laden muss Profit abwerfen, denn der Besitzer hat Kosten zu decken: Miete, Strom, Wasser, Gehälter und nicht zuletzt die Ware. Natürlich fallen auch für den Charity Shop Kosten für Miete, Strom und Wasser an, aber die Ware ist gratis und das Personal besteht (vorwiegend) aus Freiwilligen. Das macht das Einkaufen im Charity Shop wesentlich billiger als im Second-Hand-Shop.

    Wie bereits erwähnt: Nicht alles ist getragen. Wir machen alle mal Fehlkäufe oder bekommen Klamotten geschenkt, die uns nicht passen, nicht stehen, nicht gefallen. Manches kann man weiterverkaufen, aber für die paar Kröten ist es vielen nicht die Mühe wert. Dann gibt man es lieber in den Charity Shop. Es gibt Sachen, denen noch das Original-Preisschild anhängt und Schuhe, deren Sohlen man ansieht, dass sie noch nie getragen wurden.

    Das Stöbern in Charity Shops kann anstrengend sein, ist aber wesentlich interessanter als im Kaufhaus. Man weiß nie, was man findet, und das Sortiment ist jedes Mal wenn man reinkommt wieder anders. Anders als im Laden hängen hier die Klamotten nicht farblich abgestimmt nebeneinander. Im Charity Shop hängt alles nach Größe und natürlich ist jedes Teil ein Einzelstück (in diesem bestimmten Laden natürlich nur – Massenware ist das meiste trotzdem).

    Es empfiehlt sich, in einer „besseren Gegend“ gucken zu gehen. In den Charity Shops dort findet sich häufig Designerware und teure Marken, oftmals kaum getragen, denn die Dame von Welt kann ja dieses Jahr nicht in den Klamotten der vorvorigen Saison gesehen werden. Your pain, my gain. Ein Markenstück vom F/S 2012? Beim Preis von 4 £ für ein Shirt ist mir das total schnuppe. Diese Bloggerin hier hat sogar einmal ein Paar Manolo Blahniks in einem Charity Shop abgestaubt.

    Wer Freude an der Jagd hat, für den sind Charity Shops genau das Richtige, aber man muss schon etwas Zeit mitbringen. Natürlich wissen die Besitzer von Designerschuhen oder echter Vintage-Kleidung auch, dass man da woanders richtig Geld für bekommen kann, deshalb findet man heute nicht mehr so viele Goldstücke im Charity Shop wie sicher früher einmal, aber es kommt immer noch vor, nicht zuletzt weil die Spender es ja auch für einen guten Zweck tun.

    Gut sind Charity Shops auch für Abendgarderobe. So ein Cocktailkleid ist teuer, aber wie oft kann man es dann anziehen? Meine sind nach spätestens drei Mal erschöpft. Dann hat sie jeder, den ich kenne, gesehen. Ich habe ein sehr schönes, grünes Cocktailkleid, das hatte ich sogar schon einmal weggeben: Meine Schwester hat es ein paarmal getragen, und mein Kleid war sogar schon auf einer Hochzeit in Paris. Jetzt hab’ ich es wieder, und inzwischen dürften die, die es schon mal gesehen haben, es wieder vergessen haben. Jetzt kann ich es bald wieder anziehen. Was ich aber sagen will ist: Die Abendgarderobe im Charity Shop ist auch nicht mehr als drei Mal getragen worden. Für einen Spottpreis kann man ein Abend- oder Cocktailkleid an Land ziehen, mit dem man dann bei bis zu drei Gelegenheiten prima rausgeputzt ist.

    Für die Kreativen und nähtechnisch Versierten unter uns bietet der Charity Shop außerdem ungeahnte Möglichkeiten:

    Upcycling zum Beispiel: Man kann ein Oberteil oder das obere Teil eines abgeschnittenen Kleides an einen Rock nähen und hat ein neues Kleid. Man kann aus einem Kleid einen Rock machen, die Ärmel von einem Teil an ein anderes nähen, eine alte Wachstischdecke kann noch eine Hülle für die Wäschespinne abgeben ... Anregungen gibt's zum Beispiel bei Pinterest. Für die paar Kröten kann man auch ruhig ein paar Sachen versauen, während man übt. Versuch macht kluch.

    Oder Ausschlachten: Knöpfe, Bänder, Stoffblumen, Pailletten, Spitze ... dieses ganze Zeug kann ganz schön teuer sein, wenn man es neu kauft. Es kann sich lohnen, eine alte Jacke nur für die Knöpfe zu kaufen. Eine Freundin von mir schneidet Perlmuttknöpfe ab und Schlichtere an, bevor sie etwas in den Charity Shop gibt. Dazu bin ich zu faul, und das sind viele andere auch.

    Selbstverständlich gibt’s im Charity Shop nicht nur Klamotten sondern auch Bücher, Geschirr, Gläser, Vasen, Kerzenständer, Nippes, Spiele, Spielsachen ... Vieles so gut wie neu, vieles richtig schön. Auch damit kann man natürlich herumspielen und aus drei alten Tellern eine neue Etagère basteln.

    Selbst wenn man gar nichts kaufen will, bieten Charity Shops stundenlange kostenlose Unterhaltung. Ich wünsche euch, dass sich das auch in Deutschland immer mehr verbreitet.

  • Neurotische Deutsche?

    Mein Blog wird auffallend häufig von Leuten gefunden, die googeln "Was halten die Briten von den Deutschen" oder so etwas in der Art. Sie finden mein Blog, weil ich vor Jahren hier mal eine Liste der gängigsten Vorurteile verfasst habe.

    Die Medien haben - seit wahrscheinlich über 70 Jahren - ein Bild von Deutschen als Nazis vermittelt. Aber entweder weigern sich die Briten - zumindest in letzter Zeit, so in den letzten 30 Jahren oder so -, das zu glauben, oder ich habe das Glück, immer nur Briten über den Weg zu laufen, die nichts gegen Deutsche haben. Oder vielleicht sind es auch Briten, die in der Lage sind, sich an die eigene Nase zu fassen. Keine Ahnung.

    Aber immerhin: Wie die FAZ kürzlich schrieb, ist im Moment aber wohl alles Deutsche hip und unser Image in diesem Land verbessert sich.

    Aber was ich eigentlich sagen wollte: Wieso interessiert es euch so brennend, was Briten über Deutsche denken? Ich versichere euch, dass Briten umgekehrt keine Minute ihrer Lebenszeit daran verschwenden, sich Gedanken darüber zu machen, was die Deutschen (oder irgendwer sonst) von ihnen hält. Entspannt euch, Leute, 'cause they don't give two hoots.

    Ich muss noch hinzufügen, dass aus mir unverständlichen Gründen dieses Top-Thema unter meinen Suchbegriffen in letzter Zeit von "Englischen Schlagern" von seiner Spitzenreiterposition verdrängt wurde. Hä? Wieso interessieren sich plötzlich ganze Heerscharen für englische Schlager? Gibt es ein Schlagerrevival? Oder gibt es umgekehrt nicht mehr genügend deutsche Schmalzsülzer, so dass man sich jetzt im benachbarten Ausland nach Nachschub umsehen muss? Kann mir das jemand erklären?

  • 5:2

    Seit ein paar Monaten kursiert in Großbritannien eine neue Modediät und ich habe den Eindruck, dass man in Deutschland noch nichts davon gehört hat. Ich will doch wenigstens einmal sagen können:

    Bei mir habt ihr's zuerst gelesen!

    Es ist die "5:2-Diät" oder "Fastendiät".

    Im August sendete die BBC eine neues Ausgabe ihrer Sendereihe Horizon: "Eat, fast, live longer" (selten war ein Komma so bedeutend). Durch die Sendung führte Dr. Michael Mosley, ein Arzt und Journalist, der gelegentlich für die BBC an sich selbst experimentiert (so konnten wir auf Horizon auch einmal seinen Verdauungsstrakt bewundern, als er eine Mikrokamera schluckte).

    Ich mach's kurz: Das Resultat der Sendung im letzten Sommer (die im ganzen sehr interessant war) war, dass man mit der "Fastendiät" ("fast diet") nicht nur abnimmt, sondern auch generell seine Gesundheit verbessert: Die Werte des Wachstumshormons IGF-1 sanken (das Hormon soll bei Krebs und Alzheimer eine Rolle spielen), Cholesterin- und Blutzuckerspiegel normalisierten sich.

    Und wie geht's? Man isst an zwei Tagen pro Woche nur sehr wenig, maximal 500 (Frauen) oder 600 (Männer) Kalorien. An den anderen fünf Tagen kann man ganz normal essen. Da möchte man vermuten, dass die Kandidaten dann am Tag nach dem Fastentag doppelt soviel essen wie normal. Die Frage, ob das so ist, hat sich natürlich auch die Forschung gestellt und es untersucht. Die Antwort ist: Nein. Probanden aßen maximal 25 % mehr als an einem normalen Tag, und auch das nur am Anfang. Mit der Zeit glich sich die Menge aus und sie aßen an "Ess-Tagen" nur so viel wie sonst auch.

    Die Theorie ist, dass dies für uns eine ganz natürliche und gesunde Art zu essen ist. Genetisch sind wir ja noch immer Urmenschen, und die hatten nicht jeden Tag pünktlich um dieselbe Zeit drei Mahlzeiten und Snacks zwischendurch. Da gab es auch schon mal einen oder zwei Tage nichts, und wenn man dann ein Mammut erlegt hatte, konnte man sich den Bauch voll schlagen.

    Jetzt ist das ganze Land im 5:2-Fieber: Wöchentlich kommen neue Bücher raus, die a) die Forschung dahinter erklären und b) Rezepte mit fast gar keinen Kalorien liefern. Es gibt Webseiten, Facebook-Gruppen, 5:2-Foren, Zeitungsartikel über das Für und Wider.

    Die "5:2-Diät" beschränkt sich nur darauf, wann und wie viele Kalorien gegessen werden. Was gegessen wird, wird jedem selbst überlassen. Die Verantwortung, dass das, was man isst, etwas Gesundes ist, liegt beim Individuum. Genau das ist einer der Kritikpunkte: keiner sagt den Bürgern, was sie essen sollen.

    Ein anderer Kritikpunkt ist, dass diese Ernährungsweise Magersucht fördern soll. Das kann sein. Vielleicht fühlt man sich, wenn man durch die 5:2-Diät wirklich abnimmt, animiert es in 4:3 oder 3:4 oder 2:5 umschlagen zu lassen. Bei einer wirklich gesunden Ernährung mit Bewegung besteht diese Gefahr sicher weniger.

    Nun ja. Ich sag' da nichts zu. Ich wollte nur einmal sagen können:

    Bei mir habt ihr's zuerst gelesen!

  • Und tschüss

    Vor ein paar Tagen hat ein FB-Freund ein Link zu diesem Blog gepostet und ich hab's gelesen.

    Ich hab ja auch immer ein ungutes Gefühl, wenn ich bei Firmen einkaufe, die quasi ein Monopol haben oder sie einfach zu groß sind und ärgere mich, wenn ich an denen nicht vorbei komme (oder zu kommen glaube). Kundin bin ich trotzdem. Nun sind natürlich die Berichte über Amazon auch an mir nicht spurlos vorbei gegangen und hier in GB verfährt Amazon natürlich auch nicht anders als in Deutschland. Und wenn wir alle mal ehrlich sind, wundert uns das ja auch nicht. Es ist immer zu schön, um wahr zu sein.

    Als erste Amsthandlung, habe ich auf der Stelle das "Amazon-Wunschzettel-Add-on" und das Lesezeichen von meinem Browser entfernt. Boah. Da hat Amazon jetzt aber Angst. :roll: So weit, dass ich mein Konto gelöscht habe, bin ich noch nicht. Ich trau mich nicht. Und das allein ist ja schon recht beängstigend!

    Ich bin Amazon-Kundin der ersten Stunde. Ja, ich war sogar schon Kundin bevor Amazon Amazon war. In den 90ern gab es den "ABC Bücherdienst", und der wurde irgendwann von Amazon gekauft, mit mir als Kundin gleich mit.

    Amazon weiß genau, was mich interessiert und worauf ich stehe. Das war mir auch lange unangenehm, aber wer bloggt und auf Facebook ist, braucht sich über so was ja nicht aufzuregen. Weil sie genau wissen, was mich interessiert, sind natürlich die Empfehlungen immer genau meine Kragenweite, und so gelingt es Amazon seit Jahren, mir Büchersüchtigen das Geld aus der Tasche zu ziehen und meinen SUB zu erhöhen.

    Aber brauch ich Amazon? Bücher kann ich auch woanders kriegen, zum Beispiel im Buchladen. Das ist mir sowieso lieber, denn ich gucke gern mal rein, gucke rum, sehe mir an, was sonst noch so da ist. Manchmal habe ich aber ein bestimmtes Buch im Sinn, habe mich schon entschieden, es zu kaufen, und sie haben es nicht da. In Deutschland kann man es dann bestellen und dann ist es am nächsten Tag da. Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich weiß nicht, ob das hier auch so ist. Ich habe noch nie ein Buch in einem Buchladen bestellt. Wird aber wohl so sein. Schneller ist Amazon auch nicht.

    Es sei denn, natürlich, man lädt ein Buch auf seinen Kindle (den ich natürlich auch habe). Das hat man dann sofort. Brauch' ich Amazon für eBooks? Nein, anscheinend nicht. Jeder verkauft jetzt eBooks und meine Bücherei verleiht sogar welche.

    Dann sind da die Kindle-Apps auf Handy und iPad. Die sind sehr praktisch, weil man damit so schön lesen kann (das kann man mit iBook allerdings auch), aber vor allem, weil sie syncen, wenn man mal auf einem anderen Gerät weiterlesen will: Ich habe mal ungeplant bei Freunden übernachtet und hatte kein Buch dabei. Das geht eigentlich gar nicht. Dank Kindle-App konnte ich mein Buch von Amazon aufs Handy laden und weiterlesen. Aber irgendwie habe ich früher auch ohne Apps gelebt. Das muss ja noch möglich sein. Vielleicht muss ich dann in Zukunft in solchen Situationen einfach die Augen zu machen und schlafen, oder mir von meinen Freunden ein Buch leihen oder immer ein Buch mit mir führen. Was ich ja fast sowieso immer tue. Höchst selten, dass ich mal keins mit habe (und gerade dann vermisst man es).

    Als nächstes muss ich über KDP (Kindle Desktop Publishing) nachdenken. Ich wollte ja dann doch irgendwann mal, wenn ich mich mal wieder aufraffen kann, das Teil zu bearbeiten *hust*, Teile meines Britblogs als eBook veröffentlichen. Das geht selbstverständlich mit Amazon ganz einfach. Außer meiner Faulheit, endlich das Buch umzustrukturieren und die letzten Fehler auszubügeln, steht der Veröffentlichung noch im Wege, dass Amazon einen ganzen Batzen vom Verkaufspreis zurückbehält, um ihn an die amerikanischen Steuerbehörden weiterzuleiten. Die einzige Möglichkeit, das zu umgehen ist, dass ich bei der amerikanischen Steuerbehörde nachweise, dass ich in GB wohne und hier Steuern zahlen werde. Um mich von der amerikanischen Steuer zu befreien, muss ich aber zuerst eine amerikanische Steuernummer beantragen und dafür muss ich ein Formular ausfüllen und mit meinem Reisepass an die amerikanische Botschaft schicken. Das ist bisher nicht passiert. Wenn ich KDP meide, dann brauche ich mir um den Scheiß wohl auch keine Gedanken mehr zu machen. Ich muss nur eine Plattform finden, bei der ich in GB hochladen kann und man in D runterladen darf. Gibt's doch bestimmt, müsste ich nur ein bisschen suchen.

    Der Amazon-Wunschzettel? Ja, praktisch. In Annäherung an meinen kürzlich gehabten Geburtstag habe ich ein Link zu meinem Amazon-Wunschzettel an meine Kollegin geschickt (die Sammlung im Büro ergibt immer ziemlich viel Geld) und meinen Mann. Mein Mann hat den Wunschzettel wie immer ignoriert. Meine Kollegen haben mir ein paar Sachen von meinem Wunschzettel geschenkt (jedes einzelne ein Hit und hat mich gefreut). Praktisch, aber man kann ja auch einfach, wie in alten Zeiten, einen Wunschzettel auf Papier schreiben.

    Amazon-Internet-Versand: Pfeif drauf. Ich bestelle nur ganz selten und sehr ungern online. Ich gehe lieber in richtige Geschäfte, vor allem, wenn es sich um etwas handelt, das sowieso nicht in den Briefkasten passt. Das kommt dann oft mit Kurierdienst, ich bin nicht zu Hause und muss dann kilometerweit fahren, um es abzuholen. Nö. Außerdem kaufe ich ja nix mehr, ne? ;)

    Amazon Music Downloads - benutze ich sowieso selten. Meistens nehme ich iTunes (ja, ich weiß, die sind auch nicht besser), aber ich bin kein großer Musik-Freak. Musik bekommt man ja gewiss auch woanders.

    Bücherverkauf - Für Belletristik bekommt man eh nichts. Für den Erlös von 0,01 £ geh ich nicht zur Post. Dazu bin ich zu faul, da bringe ich meine ausgelesenen Bücher lieber in den Charity Shop oder schenke sie der Bücherei. Für alles andere gibt's eBay, Flohmarkt oder Green Metropolis (siehe unten).

    Bücher, Filme, Musik aus Deutschland - Also, da sehe ich ein Problem. Dafür war Amazon immer gut. Deutsche Filme würde ich hier sonst so gut wie nie zu sehen kriegen. Nur ganz selten schafft es mal einer ins Kino, wie z. B. "Das Leben der Anderen". Aber ich könnte ja eine Einkaufsliste (Wunschzettel?) führen, für meinen nächsten Deutschland-Besuch und dann zuschlagen.

    Gratisbücher
    - Ich habe einen Newsletter von diesen Leuten hier abonniert. Viel Schrott, aber was habe ich da schon für schöne Schätzchen gefunden. Ganz umsonst. Die krieg' ich aber nur über mein Kindle-Konto bei Amazon. Wenigstens verdient Amazon nicht dran, aber überhaupt ein Konto zu haben ist ja dann wieder inkonsequent. Und mein SUB ist ja auch so schon hoch genug.

    Last, but not least: Lovefilm. Ein Lovefilm-Konto habe ich auch schon seit Jahren, und auch schon bevor Lovefilm Amazon gehörte. Das müsste dann also auch weg, aber auch da gibt's Alternativen.

    Zu den Alternativen: Ich habe mich mal ein bisschen umgesehen (siehe Linkliste unten - sorry, für Deutschland zu recherchieren, dazu war ich zu faul). Es gibt reichlich Alternativen für alles. Klar, einige davon sind auch wieder große Firmen und die haben wahrscheinlich auch alle Dreck am Stecken, oder wenigstens einige. Aber manche sind klein - jedenfalls im Vergleich zu Amazon -, manche sind sogar anscheinend richtig gute Menschen, und irgendwo muss man ja anfangen. So richtig viel Mühe habe ich mir auch nicht gegeben. Wenn man wirklich will, findet man sicher noch mehr kleine und unabhängige Firmen.

    So. Vom Anfang dieses Eintrags (unentschlossen, voller Zweifel und ängstlich) bis zum Ende habe ich mich quasi schon entschieden, denn ... "ängstlich" weil ich irgendwo nicht mehr einkaufen will? Herzrasen, weil ich mir ein Leben ohne Amazon nicht vorstellen kann? Really? Bin ich abhängig von einem multinationalen Großkonzern?

    Sonst brauch ich keinen Grund. Ich bin dann mal weg.


    Alternativen in GB

    Waterstones, Foyles und WHSmith - die größten Buchketten in GB. Bücher und eBücher, DVDs etc.

    The Book People
    Bücher, sehr günstig, teilweise günstiger als Amazon. eBooks - nicht so günstig wie Amazon, keine unter 3 £, keine gratis.

    The Little, Brown Bookshop
    Da gibt's Bücher, eBooks und sogar einen Wunschzettel.

    Book Shop Search - für Leute, die nicht mehr wissen, wo ihr nächstgelegener Buchladen ist

    Open Library
    Über 1 Million kostenlose Texte. Da muss sich doch wohl was finden lassen.

    Hive
    Bücher, eBooks und anderer Krempel

    Green Metropolis
    Bücheran- und -verkauf, mit Option einen Teil des Erlöses für einen wohltätigen Zweck zu verschenken.


    Filme/Online Streaming

    Netflix
    Blinkbox - von Tesco, auch wieder Schurken auf ihre ganz eigene Art

    DVD-Verleih

    Cinema Paradiso
    Blockbuster - Ich dachte, die wären pleite. Vielleicht sind das nur die richtigen Geschäfte, nicht das Online-Geschäft.

  • Zum Valentinstag

    Bisschen spät, aber gestern hatte ich ja ein anderes Thema.

    http://britblog.blog.de/2012/02/14/valentinsquatsch-12781501/

  • Pferdefleisch

    Ihr habt’s gehört: Vor ein, zwei Wochen wurde zunächst in einem Fertig-Burger von Tesco Pferdefleisch nachgewiesen. Dann war es eine „Rindfleisch“-Lasagne der Marke Findus. Dann auch anderswo und diese Woche wurde angekündigt, dass wir uns auf noch mehr Pferdefleischfunde in Fertiggerichten einstellen sollen. Wie ich höre, gibt es jetzt bereits die ersten Nachweise in Deutschland.

    Tja.

    Vegetarier zucken mit den Schultern. „Na und? Leichenteile sind Leichenteile, ob von Kuh, Pferd oder Ratte spielt ja wohl keine Rolle.“ und „Wer Fleisch isst, ist selber schuld.“ Sicherlich hat der neueste Fleischskandal auch wieder neue Vegetarier produziert: einige, weil sie darüber verunsichert sind, was sie essen, einige, weil sie auf einmal eine Verbindung herstellen zwischen Fleisch und Tierliebe. Das sympathische Pferd macht’s möglich.

    Auch mancher Fleischesser zuckt mit den Schultern: „Na und? Solange das Pferdefleisch frisch war ist mir das lieber, als vergammeltes Rindfleisch.“ Auch ein Standpunkt. „Tierliebe“ Fleischesser sind entsetzt. Sie lieben Pferde. Aber nur solche, die auf vier Beinen auf der Weide stehen, nicht tot in Burgern, und sie lieben Rinder. Aber hauptsächlich tot in Burgern, nicht auf vier Beinen auf der Weide. Das muss man auseinanderhalten.

    Was aber den meisten Bürgern sauer aufstößt ist nicht, dass manche Fertiggerichte Pferdefleisch enthalten, sondern, dass sie etwas enthalten, was sie nicht enthalten sollen. Wenn auf unergründlichen und verschlungenen Wegen Pferdefleisch ins Essen gelangen kann, was weiß man dann über dessen Vergangenheit? Darüber, was den Tieren gefüttert wurde? Was ihnen gespritzt wurde? Was ihnen verabreicht wurde? Und während man so darüber nachdenkt, geht einem auf, dass man das ja dann von den Rindern in den Burgern auch nicht weiß, und merkt mal wieder, dass Fleischskandale immer wieder mal vorkommen. Ab und an kommt ans Licht, was im Essen so drin ist. Meistens kommt es aber nicht ans Licht und wird einfach gegessen. Was ich nicht weiß, macht mich ja nicht heiß.

    Pferdefleisch, Gammelfleisch und Fleisch von dubioser Herkunft taucht jedoch so gut wie immer in verarbeiteten Lebensmitteln auf. Bisher ist mir im derzeitigen Pferdefleischskandal noch kein einziger Fall bekannt, in dem ein Metzger versucht hätte, einem Kunden ein Pferdesteak als Rindersteak unterzujubeln. Nicht einmal einen Pferde-Burger oder Pferde-Hack.

    In einem Industrie-Burger, einer Wurst oder einer Plastiklasagne lässt sich so manches verstecken. Die Mischung mit legalem Fleisch, Gewürzen, Salz und Zusatzstoffen macht’s möglich. Ich habe seit Jahrzehnten kein Fleisch mehr gegessen, aber ich bin fast sicher, dass sogar mir der Unterschied zwischen Pferdefilet und Rinderfilet auffallen würde. In einer Bolognesesauce aus dem Glas aber ganz sicher nicht.

    Mich hat in den Neunzigern der BSE-Skandal zum Vegetarier werden lassen. Nicht, weil ich mir ernsthaft Sorgen gemacht hätte, an Creutzfeld-Jacob zu erkranken, sondern weil mir klar wurde, dass es immer wieder Fleischskandale geben wird, solange wir alle jeden Tag und zu jeder Mahlzeit Fleisch essen wollen, und das für möglichst wenig Geld. Also habe ich damit aufgehört, und ich muss sagen: Ich habe Fleisch keinen Tag vermisst.

    Mich bestärkt die Story wieder in meiner immer wieder vertretenen Devise: Selber kochen. Dann weiß man wenigstens, was drin ist. Klar, ich kann meinem Gemüse auch nicht ansehen, ob es gespritzt ist oder nicht oder ob mein Tofu aus GM-Anbau kommt oder nicht. Da muss ich schon auch der Verpackung oder dem Händler vertrauen. Leider wohnen wir ja alle nicht in einer perfekten Öko-Blase. Aber indem ich mein Essen selber zubereite, kann ich diese Risiken wenigstens minimieren.

    Zwanzig Jahre und mindestens zehn Fleischskandale nach BSE (geschätzt – ich hab‘ nicht mitgezählt) hat sich meine Meinung zu Fleisch nicht geändert. Ich wüsste gern, wie viele neue Vegetarier die Pferdefleischgeschichte hervorgebracht hat: Zwei? Drei? Hundert? Egal, ich freue mich über jeden neuen.

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